Redaktioneller Beitrag von „Sunny Watersports“: Küstenregion für große Motorboote

Was sich auf IMO.org geändert hat und was dies für Yachteigner bedeutet

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat die öffentlichen Datenbanken, Übereinkommenstexte, Rundschreiben und Leitlinien zur Einhaltung der Vorschriften auf imo.org aktualisiert. Für Eigner von gewerblich genutzten Yachten und großen Freizeit-Yachten – etwa ab 24 Metern Länge oder ab 500 BRZ – ist dies von Bedeutung, da Flaggenstaaten und Besichtiger zunehmend auf der Grundlage dieser aktualisierten Texte arbeiten. Die praktische Konsequenz: Zertifikate, Sicherheitsmanagementsysteme und Vorkehrungen zur Vermeidung von Umweltverschmutzung, die vor einigen Jahren noch akzeptiert wurden, können bei Ihrer nächsten Besichtigung nun anhand eines neueren Standards überprüft werden.

Was hat sich auf imo.org tatsächlich geändert?

Die IMO hat keine einzige neue Vorschrift für Yachten eingeführt. Stattdessen hat sie die Unterlagen aktualisiert, auf die sich alle – Flaggenstaaten, Klassifikationsgesellschaften, Besichtiger und Eigner – bei der Anwendung bestehender Vorschriften stützen. Vier Bereiche wurden aktualisiert:

Kurz gesagt: Das Regelwerk wurde überarbeitet und übersichtlicher gestaltet. Die Regeln selbst sind weitgehend unverändert geblieben, doch die Art und Weise, wie sie überprüft und belegt werden, ist nun einheitlicher geworden.

Warum dies für einen Yachtbesitzer von Bedeutung ist

Yachtbesitzer gehen häufig davon aus, dass private Freizeitjachten nicht unter die Bestimmungen für gewerbliche Schiffe fallen. Diese Annahme ist der Ausgangspunkt für die meisten Probleme. Ob eine Bestimmung gilt, hängt von der Tonnage des Schiffes, seiner Nutzung, seiner Flagge und seinem Einsatzgebiet ab – und nicht davon, ob der Eigentümer es als Privatboot betrachtet.

Aus den Aktualisierungen auf imo.org ergeben sich drei praktische Konsequenzen:

Das bedeutet keineswegs, dass für jede Yacht plötzlich neue Unterlagen erforderlich sind. Es bedeutet vielmehr, dass Sie die in Ihrem Besitz befindlichen Unterlagen anhand der aktuellen Standards überprüfen sollten, bevor jemand anderes dies für Sie tut.

Die vier Compliance-Bereiche, die am ehesten einer Überprüfung unterzogen werden

ISM – der Internationale Code für das Sicherheitsmanagement

Der ISM-Code schreibt ein Sicherheitsmanagementsystem, eine benannte Person an Land sowie dokumentierte Verfahren vor. Er gilt für gewerblich betriebene Schiffe, die bestimmte Tonnagegrenzen überschreiten. Eine gewerblich betriebene Yacht, die diese Grenze überschreitet, benötigt ein Sicherheitsmanagementzertifikat sowie eine Konformitätsbescheinigung für das Unternehmen. Private Freizeit-Yachten werden in der Regel anders behandelt, doch die Befreiung erfolgt nicht automatisch und hängt von den Vorschriften des Flaggenstaates sowie von der Art der Nutzung der Yacht ab.

ISPS – der Internationale Code für die Sicherheit von Schiffen und Hafenanlagen

Der ISPS-Code umfasst die Sicherheitsplanung, einen Schiffssicherheitsbeauftragten sowie ein internationales Schiffssicherheitszertifikat. Er gilt für Handelsschiffe, die den Tonnage-Schwellenwert überschreiten, sowie für bestimmte andere Schiffe. Wenn Ihre Yacht zahlende Gäste befördert, kann sich die Situation schnell ändern. Eine Yacht, die in einer Saison privat genutzt und in der nächsten verchartert wird, kann in den Geltungsbereich fallen oder diesen wieder verlassen.

MARPOL – Vermeidung von Meeresverschmutzung

MARPOL regelt unter anderem die Bereiche Öl, Abwasser, Müll und Luftemissionen. Die Anhänge gelten ab unterschiedlichen Tonnagegrenzen, und einige Anforderungen – wie beispielsweise bestimmte Vorschriften zu Luftemissionen – gelten unabhängig von der Tonnage. Dies ist der Bereich, in dem die Aussage „Es ist doch nur eine Vergnügungsyacht“ am häufigsten falsch ist. Insbesondere die Vorschriften zu Abwasser und Müll überraschen Eigner häufig.

Tonnagemessung

Die Bruttoraumzahl ist kein Gewicht. Sie ist ein Maß für das umschlossene Volumen, das gemäß dem Tonnageabkommen berechnet wird. Da die 500-GT-Grenze für zahlreiche Verpflichtungen maßgeblich ist, kann ein ungenaues oder veraltetes Tonnagezeugnis dazu führen, dass eine Yacht gegen eine Vorschrift verstößt, ohne dass der Eigner dies bemerkt.

Häufige Fehler, die Eigentümer begehen

Was Sie als Nächstes tun können

Eine systematische Überprüfung ist sinnvoller als allgemeine Sorgen. Gehen Sie diese Schritte der Reihe nach durch:

  1. Bitte listen Sie Ihre Zertifikate auf. Beachten Sie bei jedem einzelnen Dokument die ausstellende Behörde, das Ausstellungsdatum sowie die angegebenen Gültigkeits- und Verlängerungsbedingungen.
  2. Bitte überprüfen Sie die aktuelle Position Ihres Flaggenstaates. Erkundigen Sie sich bei der Verwaltung Ihres Flaggenstaates oder bei Ihrem Ansprechpartner bei der Registrierungsstelle, wie die aktualisierten Leitlinien auf Yachten Ihrer Größe und Nutzung angewendet werden.
  3. Bitte überprüfen Sie Ihre Tonnage. Bitte überprüfen Sie die Bruttoraumzahl auf Ihrem Zeugnis und geben Sie an, ob diese über oder unter dem Schwellenwert von 500 BRZ liegt.
  4. Prüfen Sie die Anwendbarkeit von ISM und ISPS. Richten Sie sich dabei nach Ihrer tatsächlichen Nutzung – privat, gewerblich oder gemischt – und nicht danach, wie die Yacht im Gespräch beschrieben wird.
  5. Prüfen Sie das MARPOL-Übereinkommen Anhang für Anhang. Einige Anhänge gelten nach Tonnage, andere haben einen allgemeineren Geltungsbereich. Gehen Sie bitte nicht davon aus, dass eine einzige Antwort für alle Fälle gilt.
  6. Passen Sie die Überprüfung an Ihren Umfragezyklus an. Änderungen der Vorschriften treten sofort in Kraft, ihre Umsetzung hängt jedoch von der Übernahme durch den Flaggenstaat und Ihrer nächsten Besichtigung ab. Eine rechtzeitige Planung im Hinblick auf die Besichtigung verhindert, dass Sie die Maßnahmen in Eile durchführen müssen.
Redaktioneller Beitrag von „Sunny Watersports“: Motorhafen

Ein hypothetisches Beispiel

Betrachten Sie eine 32 Meter lange Motoryacht, die privat genutzt wird, unter der Flagge eines EU-Mitgliedstaats fährt und gelegentlich im Mittelmeer zum Charter angeboten wird. Der Eigner verfügt seit mehreren Jahren über denselben Satz an Zertifikaten und hat die Tonnage nie überprüfen lassen. Bei einer Routineüberprüfung stellt sich heraus, dass die gemessene Bruttoraumzahl der Yacht die 500-GT-Grenze überschreitet und dass durch die Charternutzung für diese Zeiträume die ISM- und ISPS-Vorschriften zur Anwendung kommen. An der Yacht selbst hat sich nichts geändert – wohl aber das Verständnis des Eigners darüber, welche Vorschriften gelten. Die Lösung war administrativer Natur: aktualisierte Unterlagen, ein Sicherheitsmanagementsystem und ein Sicherheitsplan, die vor der nächsten Besichtigung und nicht erst während dieser erstellt wurden.

Dieses Beispiel dient lediglich der Veranschaulichung. Ihre eigene Situation hängt von Ihrem Flaggenstaat, Ihrer Tonnage und der tatsächlichen Nutzung der Yacht ab.

Die Rolle von BlueWater Registration Services

BlueWater Registration Services ist weder ein Flaggenstaat noch eine staatliche Behörde. Wir unterstützen Eigner bei der Bewältigung der praktischen Aspekte: Wir prüfen Ihren Registrierungsstatus, ermitteln, welche Zertifikate und Fragen zur Anwendbarkeit Beachtung erfordern, und erstellen eine strukturierte Bewertung, die Sie Ihrem Flaggenstaat oder Ihrem Gutachter vorlegen können.

Ein Punkt, den wir direkt für Sie regeln, ist die MMSI-Lizenz. Für Boote ab 1 m Länge beginnt unsere MMSI-Lizenz bei 350 € zzgl. MwSt. und umfasst die AIS- und MMSI-Funkgenehmigung sowie das Rufzeichen. Hierbei handelt es sich um einen Einstiegspreis, nicht um einen festen Gesamtpreis, und er gilt für die Boote, die unter diesen Service fallen. Sollte Ihr Wasserfahrzeug nicht unter diesen Geltungsbereich fallen, gilt diese Option nicht für Sie, und wir werden Sie darauf hinweisen, anstatt Ihnen ein Angebot zu unterbreiten. Für alle Zusatzleistungen, für die kein Preis veröffentlicht ist, ist ein individuelles Angebot erforderlich.

Schlussfolgerung

Bei den Änderungen auf imo.org geht es in erster Linie um Klarheit und Einheitlichkeit, nicht um neue Vorschriften, die speziell auf Yachten abzielen. Doch Klarheit ist ein zweischneidiges Schwert: Sie erleichtert es den Flaggenstaaten und Gutachtern, zu überprüfen, ob Ihre Zertifikate, Ihre Tonnage und Ihre Sicherheitsvorkehrungen den aktuellen Standards entsprechen. Am besten fahren jene Eigner, die ihre Situation bereits vor der nächsten Besichtigung überprüfen und nicht erst während dieser.

Beginnen Sie mit Ihrer Zertifikatsdatei und Ihrer Tonnageangabe. Sollten Sie Unterstützung bei der Strukturierung dieser Überprüfung benötigen oder die Beantragung einer MMSI-Lizenz wünschen, steht Ihnen BlueWater Registration Services mit weiterer Beratung und einer flaggenspezifischen Konformitätsprüfung zur Seite.

Nützliche Quellen und weiterführende Literatur